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Prolit | Nenad Veličković — Der Vater meiner Tochter

Nenad Velič­ko­vićs zwei­ter, an sein gefei­er­tes Debüt „Nacht­gäs­te“ anknüp­fen­der Roman führt erneut nach Sara­je­vo, der Krieg ist offi­zi­ell vor­bei, sei­ne Spu­ren dage­gen sind all­ge­gen­wär­tig, wenn auch mit Wer­be­pla­ka­ten kaschiert. Der Ich-Erzäh­ler, ein Schrift­stel­ler, hat den Krieg über­lebt, ohne einen ein­zi­gen Schuss abzu­ge­ben, nun ver­sucht er, sich als Ehe­mann, Vater einer vor­wit­zi­gen Toch­ter und Wer­be­tex­ter durchs Leben zu schla­gen. Weil er sei­ne Idea­le nicht län­ger ver­kau­fen will, kün­digt er sei­nen Job, ver­liebt sich in eine frü­he­re Kol­le­gin und beginnt die Arbeit an einem Roman, der sich hem­mungs­los am Leben sei­ner Fami­lie bedient. Zudem lässt ihn eine omi­nö­se Krank­heit, die ihn eben­so hef­tig wie das Leben selbst plagt, mehr und mehr in die Phan­ta­sie abglei­ten – bis die erbar­mungs­lo­se Wirk­lich­keit ihn erwischt.

Mit klu­gem Witz erzählt Nenad Velič­ko­vić von einem tra­gi­schen Hel­den, der die lus­tigs­ten Din­ge tut. Und wie bei­läu­fig rückt er so auch die gro­tesk trau­ri­gen Rea­li­tä­ten im Bos­ni­en der Nach­kriegs­jah­re in den Blick.


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