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Robert Jungk Bibliothek | Warum sich der Gender Gap durch den Reißverschluss nicht schließen lässt

Bei den JBZ-Montagsrunden kommen alle 2-3 Wochen rund zwanzig bis fünfzig Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, die ein Thema diskutieren. An der Runde nimmt jeder als Privatperson teil und nicht als Repräsentant einer Institution. Die Diskussion dient ausschließlich der Meinungsbildung der Teilnehmer*innen. FS1 dokumentiert die Vorgespräche der geladenen Input-Geber*innen. 

Die Politikwissenschaftlerinnen Sarah C. Dingler und Corinna Kröber haben sich mit der Frage beschäftigt, warum trotz Reißverschluss-Prinzip bei der Parteilistenerstellung für Nationalratswahlen der Frauenanteil im österreichischen Nationalrat bei gut einem Drittel stagniert.

Die Ursachen für die Unterrepräsentation von Frauen im Nationalrat verorten die Autorinnen auf verschiedenen Ebenen: Zwar haben Frauen häufig niedrigere politische Ambitionen und damit auch weniger lokalpolitische Erfahrung als Männer, doch gibt es auch strukturelle Probleme, die Frauen vom Nationalrat fernhalten. Dazu gehört die Tendenz, erste Listenplätze an Männer zu vergeben – in Kombination mit der für Österreich typischen kleinen Wahlkreisgröße, wo meist nur ein Mandat zu vergeben ist, bedeutet das, dass auch bei einem Reißverschlusssystem bei der Listenerstellung vor allem Männer das Mandat erhalten.

Die Autorinnen plädieren daher für Quotenregelungen, aber auch für Maßnahmen, die das lokalpolitische Engagement von Frauen stärken soll – etwa durch Mentoringprogramme. Denn eine bessere Repräsentation von Frauen verbessert letztendlich auch die Demokratiequalität.


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